5 „Intellektueller“ bei den Marxisten
Anders als bei den „Rechten“ liegen die Verhältnisse bei den Marxisten äußerst kompliziert. Was die Nationalsozialisten vom Intellektuellen dachten, weiß man so ungefähr, dagegen habe den größere zeitliche Distanz, oft auch gezielte Geschichtsfälschung das Gedächtnis für die marxistische Sprachverwendung fast gelöscht. Tatsächlich stammt das Schimpfwort „Intellektueller“ aber aus dem Sprachschatz der Marxisten, was Kurt Tucholsky 1931 bestätigt. Wie die Weimarer Republik selbst war also das Wort „Intellektueller“ marxistischem und faschistischem Druck ausgesetzt, und wie der demokratische Staat konnte auch das Wort keine positive Kraft entwickeln. Die immer wieder bestrittene Verwandtschaft linker und rechter Denksysteme zeigt sich besonders bei den Angriffen auf „Intellektuelle“, die sich selten eindeutig einer Seite zuschlagen lassen.