1.1 Heerwesen
Die römische Republik verfügte über ein Milizheer. Jeder Bürger mit einem gewissen Vermögen (census) war verpflichtet, für Rom zu kämpfen. Die Versammlungen des Volkes als Heer fanden auf dem Marsfeld statt, also außerhalb der gehiligten Stadtgrenzen. Die Feldzüge dieser Zeit dauerten meist nicht mehr als einige Wochen, so daß die Bürger danach auf ihre Besitzungen und zu ihrer Arbeit zurückkehren konnten.
Durch die Eroberung Italiens und das Ausgreifen darüber hinaus seit den Punischen Kriegen nahmen die Kriege an Dauer und räumlichem Ausmaß zu, so daß die kämpfenden Bürger (aus dem Bauernstand) sich nicht mehr um ihre Höfe kümmern konnten und sie verkaufen mußten. Dadurch waren sie aber nicht mehr in der Lage, das erforderliche Mindestvermögen für den Heerdienst nachweisen zu können. Während also der Bedarf an Soldaten wuchs (auch durch die dauerhafte Stationierung in den Provinzen), wurden die Reserven knapper. Auch die Verbreitung der großen Landgüter und der Ausbau des Sklavensystems führte zu einer Abnahme der freien Bauernstellen. Die Senkung des Zensus versprach nur kurz Abhilfe. Erst die Reform des Marius, durch die auch besoldete Freiwillige Dienst leisten konnten, löste das Problem. Andererseits hatten die nach längeren Kriegen zurückkehrenden Veteranen nun keine Existenz mehr.
Sie waren stark an den jeweiligen Feldherrn und Konsul gebunden, der lange mit ihnen gekämpft hatte (Marius erhielt 7 Jahre lang das Konsulat), und erwarteten von ihm eine Versorgung mit Land. Diese wechselseitige Beziehung schuf eine neue Heeresklientel.