Blog

Linux Fanboy

Jack Donovan veröffentlicht ein umfassendes Sicherheitskompendium auf Wired:

Windows has seen many years of battle with the world’s most famous and most dangerous viruses. The gift of customization comes with the curse of exploitability.

Although OS X is a fairly new defender in the virus war, there are an amalgam of cleaning softwares out already on Apple’s App Store, and very few of them come cheap.

Linux, as a secure and advanced operating system, is generally safe from risk.

Wie diese Zusammenstellung von schlichten Vorurteilen als rebuttal for Apple fanboy smugness funktionieren soll, ist mir allerdings schleierhaft.

Mime

Metaphernreich –

Die Medienmacht wäre zurückgekehrt in den warmen Schoß einer unhinterfragt bleibenden ökonomischen Vermachtung

– bescheiden im Erkenntnisstreben –

Es gibt starke Indizien für die modifizierte Existenz einer herrschenden Klasse.

– und herablassend gegenüber nicht durchgängig akademisch gebildeten Kreisen –

Das [Fernsehen] hinkt intellektuell ähnlich hinterher wie die Bloggerszene.

– Dr. Markus Linden verkörpert das Zerrbild eines deutschen Geisteswissenschaftlers mit Eleganz und spürbarer Leidenschaft. An seiner überzeugenden Darstellung könnte man höchstens kritisieren, dass die libertäre Ron Paul-Reminiszenz –

Die absolute Trennung von Politik und Ökonomie mag man wahlweise als Relikt antiker Philosophie oder utopisches Ziel ansehen.

– bei einem Politikwissenschaftler der Universität Trier unglaubwürdig wirkt. Aber vielleicht ist das genau der kleine Fehler, mit dem große Darsteller selbst vermeintlich durchschnittlichen Rollen ihren Stempel aufdrücken.

Erbnetz

Sobald man einen gewissen Gerätepark um sich versammelt hat, ereilen auch den Admin eines kleinen, privaten Drahtlosnetzwerks die üblichen Admin-Probleme: Das MacBook Air reagiert auf das 802.11g-Netz mit Verbindungsabbrüchen, der Kindle 4 mag nur statische IP-Adressen (obwohl er angeblich mit DHCP umgehen kann), und das iPhone 4 unterstützt 802.11n nur auf 2,4 GHz.

Das hat zur Folge, dass ich meinen nagelneuen Dualband-Router tatsächlich ausreizen kann: Das 802.11n-Netz auf 5 GHz bedient MacBook Air und iPad per DHCP, das 802.11g-Netz auf 2,4 GHz versorgt iPhone und Kindle mit Netzzugang (wenn auch nicht mit IP-Adressen).

Mein ISP robbt sich langsam (50 MBit/s ab Dienstag) an die Maximalgeschwindigkeit des Legacy-WLAN heran, aber noch kann ich mir ein Leben ohne HD-Streaming mit dem iPhone vorstellen.

Tu Felix Hungaria

Nachdem selbst die deutsche Presse mittlerweile die Parallelen zwischen Ungarn und Italien wahrnimmt und die finanzielle Situation Ungarns in griechische Dimensionen abgleitet, betont der begnadete Imitator an der ungarischen Staatsspitze in einer eleganten Wendung den anderen Aspekt seiner anspruchsvollen Rolle etwas stärker.

Ziemlich peinlich für die europäische Führungsmacht: Das kleine Ungarn leistet sich einen wandlungsfähigen Schauspieler von Format, und hierzulande dominiert die eindimensionale Darstellung von Hochstaplern und Kleinbürgern.

Die verspätete Nation

In einem ansonsten recht bedrückenden Kommentar zur halben Aufklärung in Deutschland kann Stefan Reinecke immerhin eine positive Entwicklung erkennen:

Es ist kein Zufall, dass die Bürger der Bundesrepublik mit Antisemitismus, Homophobie und Sexismus heute weniger zu tun haben wollen als vor zehn Jahren. Es ist das Echo einer mühsam durchgesetzen gesellschaftlichen Ächtung von Judenwitzen, Schwulenbashing und Frauenverachtung. Die Frage, an uns, an die Politik, lautet: Wie kann eine solche Ächtung auch bei Vorurteilen gegen Arbeitslosen und Migranten gelingen?

Offenbar hat die Bundesepublik ihren historischen Rückstand immer noch nicht aufgeholt: Der Artikel wurde vor wenigen Wochen veröffentlicht.

Kopimistsamfundet

Die Gründung der Kopimistsamfundet hat sich als überaus erfolgreicher link bait erwiesen, und die Medien hoffen auf unterhaltsame Auseinandersetzungen:

Juristisch möglicherweise recht kompliziert könne es werden, wenn demnächst in einem Gerichtssaal das Urheberrecht und die Religionsfreiheit aufeinandertreffen, meint Anna Troberg, Vorsitzende der schwedischen Piratenpartei. Als Freiheit, allein oder zusammen mit anderen seine Religion ausüben zu können, definiert die schwedische Verfassung Religionsfreiheit.

Sollte die schwedische Justiz erwägen, religiösen Grundsätzen Vorrang vor der staatlichen Gesetzgebung einzuräumen, erwartet uns ein interessantes Experiment im Norden.

Ball- und Sprachgefühl: Fußballzitate

Die Affinität von Angestellten der Fußballbranche zu prägnanten Formulierungen wird von der kritischen Öffentlichkeit traditionell mit einem gewissen Unverständnis quittiert. Freundlicherweise rückte die taz kürzlich die Perspektive zurecht, so dass ich heute guten Gewissens eine kleine Sammlung von Zitaten veröffentliche. Prosit.

Mario Basler
Das habe ich ihm dann auch verbal gesagt.
Richard Golz
Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt.
Olaf Thon
Wir lassen uns nicht nervös machen, und das geben wir auch nicht zu!
Lothar Matthäus
Ich hab gleich gemerkt, das ist ein Druckschmerz, wenn man drauf drückt.
Fritz Walter jun.
Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt.
Toni Polster (über sein verbessertes Verhältnis zu Trainer Peter Neururer)
Wir lassen uns beide von unseren Frauen scheiden und ziehen zusammen.
Klaus Fischer (auf die Frage nach seinem Lieblingsbuch)
Ich lese keine Bücher.
Toni Polster (über eine vergebene Torchance)
Ich kann nicht mehr als schießen. Außerdem standen da 40 Leute auf der Linie.
Horst Hrubesch (schildert die Entstehung eines seiner Tore)
Manni Bananenflanke, ich Kopf, Tor!
Jens Jeremies
Das ist Schnee von morgen.
Toni Polster
Für mich gibt es nur "entweder - oder". Also entweder voll oder ganz!
Rudi Völler
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Berti Vogts (vor dem WM-Spiel gegen Kroatien)
Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt - da hat unser Mittelfeld ja nichts zu befürchten.
Franz Beckenbauer
Berkant Oktan ist erst siebzehn. Wenn er Glück hat, wird er nächsten Monat achtzehn.
Helmut Schulte
Das größte Problem beim Fußball sind die Spieler. Wenn wir die abschaffen könnten, wäre alles gut.
Anthony Baffoe (nach gelber Karte zum Schiri)
Mann, wir Schwatten müssen doch zusammenhalten!
Anthony Baffoe (zu einem weißen Gegenspieler)
Du kannst auf meiner Plantage arbeiten.
George Best
Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben... Den Rest habe ich einfach verprasst.
Andreas Brehme (im Sportstudio auf die Frage, mit welchem Fuß er schießt)
Also bei mir geht das mit dem linken Fuß genauer und mit dem rechten fester! (Moderator: "Und mit welchem Fuß schießen sie jetzt auf die Torwand?") Ja, mit dem rechten!
Sean Dundee
Ich bleibe auf jeden Fall wahrscheinlich beim KSC.
Thomas Häßler
Ich bin körperlich und physisch topfit.
Thomas Häßler
Wir wollten in Bremen kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz gut geklappt.
Jürgen Klinsmann
Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann.
Ludwig Kögl
Entweder ich gehe links vorbei, oder ich gehe rechts vorbei.
Hans Krankl
Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär.
Jürgen Kurbjuhn
Wenn ich nicht will, lauf ich im Spiel nicht mehr als einen Kilometer; und da ist der Weg von und zu der Kabine schon drin.
Bruno Labbadia
Das wird alles von den Medien hochsterilisiert.
Gary Lineker
Fußball ist ein Spiel von 22 Leuten, die rumlaufen, den Ball spielen, und einem Schiedsrichter, der eine Reihe dummer Fehler macht, und am Ende gewinnt immer Deutschland.
Willi "Ente" Lippens
Schiri zeigt gelb und sagt: "Ich verwarne Ihnen!"
Ente: "Ich danke Sie!" (Schiri zeigt rot)
Pierre Littbarski
In der ersten Halbzeit haben wir ganz gut gespielt, in der zweiten fehlte uns die Konti-nu..., äh Kontuni..., ach scheiß Fremdwörter: Wir waren nicht beständig genug!
Lothar Matthäus
Das Chancenplus war ausgeglichen.
Lothar Matthäus
Es ist wichtig, dass man neunzig Minuten mit voller Konzentration an das nächste Spiel denkt.
Lothar Matthäus
Wir sind eine gut intrigierte Truppe.
Lothar Matthäus
Manchmal spreche ich zuviel.
Andreas Möller
Ich habe mit Erich Ribbeck telefoniert, und er hat zu mir gesagt, ich stehe für die Maltareise nicht zur Verfügung.
Andreas Möller
Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl.
Andreas Möller
Mein Problem ist, daß ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber.
Andreas Möller
Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!
Peter Pacult
Ja, der FC Tirol hat eine Obduktion auf mich.
Toni Polster
Man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen.
Marco Rehmer
Wir sind hierher gefahren und haben gesagt: Okay, wenn wir verlieren, fahren wir wieder nach Hause.
Marco Reich
Früher war ich ein großer Fan von Mönchengladbach. Doch da hatte ich noch keine Ahnung vom Fußball.
Matthias Sammer
Das nächste Spiel ist immer das nächste.
Mehmet Scholl
Ich hatte noch nie Streit mit meiner Frau. Bis auf das eine Mal, als sie mit auf's Hoch-zeitsfoto wollte.
Mehmet Scholl (als werdender Vater)
Es ist mir völlig egal, was es wird. Hauptsache, er ist gesund.
Toni Schumacher (in Bezug auf das Foul an Battiston)
Seither bemühe ich mich, bei jeder leichten Berührung, bei jedem Zusammenstoß, bei jedem Foul im Gegner zuerst den Menschen zu sehen.
Paul Steiner (auf die Frage, ob die Nationalmannschaft für ihn ein Thema sei)
Nein, die spielen immer mittwochs, da habe ich keine Zeit.
Horst Szymaniak
Ein Drittel? Nee, ich will mindestens ein Viertel.
Olaf Thon
Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert.
Olaf Thon
In erster Linie stehe ich voll hinter dem Trainer, in zweiter Linie hat er recht.
Olaf Thon
Wir spielen hinten Mann gegen Mann, und ich spiel gegen den Mann.
Rudi Völler
Was meine Frisur betrifft, da bin ich Realist.
Fritz Walter jun.
Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio. (etwas später dann) Ich meinte: ein Quartett.
Jürgen Wegmann
Das muß man verstehen, daß er Schwierigkeiten hat sich einzugewöhnen. Er ist die deutsche Sprache noch nicht mächtig.
Jürgen Wegmann (auf die Frage, ob er zum FC Basel wechselt)
Ich habe immer gesagt, daß ich niemals nach Österreich wechseln würde.
Jürgen Wegmann
Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
Roland Wohlfahrt
Zwei Chancen, ein Tor - das nenne ich hundertprozentige Chancenauswertung.
Anthony Yeboah (er hatte gegen Michael Schulz nachgetreten)
Ich wollte den Ball treffen, aber der Ball war nicht da.
Anthony Yeboah (auf die Feststellung des "Kicker", er wohne "wie ein deutscher Musterbürger")
Soll ich etwa ein Lagerfeuer im Wohnzimmer machen?
Ron Atkinson
Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen.
Franz Beckenbauer (über das WM-Finale 1990)
Damals hat die halbe Nation hinter dem Fernseher gestanden.
Franz Beckenbauer (nach dem WM-Titel 1990)
Deutschland wird auf Jahre hin unbesiegbar sein.
Franz Beckenbauer
Die Schweden sind keine Holländer - das hat man ganz genau gesehen.
Leo Beenhakker (auf die Frage, wie dem deutschen Fußball zu helfen sei)
Haben Sie eine Stunde Zeit?
Volker Finke
Ich habe zwei verschiedene Halbzeiten gesehen.
Friedhelm Funkel
Die Situation ist bedrohlich, aber nicht bedenklich.
Jupp Heynckes
Mark Hughes ist ein typich briticher Chtürmer. Weder Fich noch Fleich.
Karl-Heinz Körbel (als Trainer von Eintracht Frankfurt)
Den größten Fehler, den wir jetzt machen könnten, wäre, die Schuld beim Trainer zu suchen.
Karl-Heinz Körbel
Die Eintracht ist vom Pech begünstigt.
Manfred Krafft
Meine Mannschaft ist 15- oder 16mal ins Abseits gerannt. Das haben wir auch die ganze Woche geübt.
Fritz Langner
Ihr Fünf spielt jetzt vier gegen drei.
Willi Lemke
Das beste Trainingslager ist eine Frau, die eigene natürlich.
Ewald Lienen
Ich habe ihn ausgewechselt, weil ich einen anderen Spieler einwechseln wollte. Da mußte ich einen auswechseln.
Gyula Lorant
Wenn ich ihm sein linkes Bein wegnehme, fällt er einfach um, weil kein rechtes Bein da ist.
Felix Magath
Franz Böhmert hat versucht, Wolfgang Sidka den Abgang so schön wie möglich zu machen.
Max Merkel
Im Training habe ich mal die Alkoholiker meiner Mannschaft gegen die Antialkoholiker spielen lassen. Die Alkoholiker gewannen 7:1. Da war's mir wurscht. Da hab i g'sagt: Sauft's weiter.
Peter Neururer
Wir waren alle vorher überzeugt davon, daß wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Frank Pagelsdorf
Wir werden nur noch Einzelgespräche führen, damit sich keiner verletzt.
Otto Pfister (über das Alter von Anthony Yeboah)
Da hilft nur: Bein aufsägen und Jahresringe zählen.
Friedel Rausch
Wenn ich den Martin Schneider weiter aufstelle, glauben die Leute am Ende wirklich noch, ich sei schwul.
Aleksander Ristic
Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich.
Bryan Robson
Würden wir jede Woche so spielen, wären unsere Leistungen nicht so schwankend.
Rolf Rüssmann
Wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.
Terri Venables
Ich denke, wenn die Geschichte sich wiederholt, können wir nochmal das gleiche erwarten.
Berti Vogts
Haß gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.
Berti Vogts
Ich glaube, daß der Tabellenerste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann.
Berti Vogts
Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.
Berti Vogts
Wir haben ein Abstimmungsproblem - das müssen wir automatisieren.
Rudi Völler (über Rainer Calmund)
Ja gut, der arbeitet von morgens bis abends. Ja gut, sowas nennt man im Volksmund glaube ich Alcoholic.
Giovanni Trappatoni
Ich habe fertig.
Wolfram Esser
Das Spiel ist zu weit, zu eng.
Heribert Faßbender
Rivaldo ist ein Super-Techniker, oh, äh, das ist ja Cafu!
Waldemar Hartmann
Guten Abend, meine Damen und Herren, und – bonne noir.
Waldemar Hartmann
Was sie hier auf dem Rasen sehen, kostet viele viele viele Millionen Geld, wenn man diese Spieler kauft.
Johannes B. Kerner (Spieler tritt anderem fast die Zähne aus, Schiri pfeift)
Oh, ich habe da gar kein Handspiel gesehen.
Wolfgang Ley
Die Choten machen die Choten dicht.
Wolfgang Ley
Häßler verliert das Kopfballduell. Das mußte ja mal so kommen.
Wilfried Mohren (zu den WM-Leistungen der Kilt-Träger)
Die Schotten sind meistens eher zu Hause als ihre Postkarten.
Holger Obermann
Zwei Minuten gespielt, noch immer hohes Tempo.
Marcel Reif
Auch ohne Matthias Sammer hat die deutsche Mannschaft bewiesen, daß sie in der Lage ist, ihn zu ersetzen.
Marcel Reif (beim Länderspiel Deutschland-Ghana)
Die Spieler von Ghana erkennen Sie an den gelben Stutzen.
Bela Rethy
Das da vorn, was aussieht wie eine Klobürste, ist Valderrama.
Gerd Rubenbauer (der FIFA-Beauftragte zeigt eine Minute Nachspielzeit an)
Jetzt wechselt Jamaika den Torhüter aus!
Karl-Heinz Rummenigge
Das war nicht ganz unrisikovoll.
Karl-Heinz Rummenigge
Eine gefährliche Parabole aufs Tor.
Klaus Schwarze
Saarbrücken bezwang Freiburg mit 1:1.
Rolf Töpperwien (bei der Rückkehr von Werder Bremen nach dem Europapokalsieg 1992)
Jetzt! Jetzt betritt Otto Rehhagel deutschen Boden!
Michael Wiese
Wolfsburg hat die letzten drei Heimspiele verloren zu Hause.
Auf Schalke (Hinweisschild im Parkstadion)
Zu die Pressetische.
Johannes Rau (zum Vorschlag, Fußballstadien nach Frauen zu benennen)
Wie soll das denn dann heißen? Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihr-Stadion?
Richard Rogler
Bei der Fußball-WM habe ich mir Österreich gegen Kamerun angeschaut. Warum? Auf der einen Seite Exoten, fremde Kultur, wilde Riten und auf der anderen Seite Kamerun!
Jean-Paul Sartre
Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.

Rotierende Signaturen

vim überrascht mich jeden Tag aufs Neue. Der folgende simple Befehl liest eine E-Mail-Signatur aus einer Datei und rotiert deren Inhalt:

map ,s :e ~/signatures.txtggV/^-- $k"*xG$a*:w:bdG$a"*P

Darauf hätte ich auch selbst kommen können.

Unsympathisch

Tom ist gut darin, Frauen zu erobern und sie nach dem dritten Treffen wieder in die Wüste zu schicken. Doch dann taucht Elisa auf, mit der das so einfach nicht klappt.

Die Kurzbeschreibung des Films Kein Sex ist auch keine Lösung bündelt auf engstem Raum die Wunschvorstellungen von Männern und Frauen, mit denen ich nichts zu tun haben möchte.

Gesundheit vs. Wirtschaft

Es sind doch nicht die Gene:

So what’s wrong with a little lead between friends? Consider that researchers have tied even small amounts of lead exposure to low IQ, aggression, attention disorders and delinquency. A University of Pittsburgh study found that between 18 and 38 percent of crime could be tied to lead exposure. Remember the New York crime wave of the 1970s and ’80s? Some researchers say it was all due to lead poisoning.

Wenn jetzt auch noch energische Maßnahmen gegen die kommunistische Fluorid-Verschwörung ergriffen werden, kollabiert die Sicherheitsbranche. Können wir uns das in der gegenwärtigen Situation überhaupt leisten?

Schlagartige Gentrifizierung

Hannah wundert sich im Blog der Mädchenmannschaft über die ausgesprochen aggressive Haltung gegenüber Müttern in bestimmten Berliner Stadtteilen und kommt zu einer erstaunlichen Einschätzung:

Warum also dieser Hass? Die Väter kommen als gutverdienende Schlappschwänze dagegen relativ gut weg. Ganze zwei Kapitel von über 40 sind ihnen gewidmet. Das ist erstaunlich. Denn während die Mütter sich wahrscheinlich wenig von anderen Mittelschichtsmüttern in jeder x-beliebigen deutschen Stadt unterscheiden, findet man solche Väter sonst nur in Enklaven. Sie schieben Kinderwagen vor sich her und engagieren sich im Kitaelternrat. Viele von ihnen tragen noch ihre Studentenkluft und fahren mit Einkaufstaschen und Kindern beladene Lastendreiräder durch die Gegend.

So schnell bin ich noch nie vom Ghetto in eine progressive Enklave umgezogen.

State of the Pinball

Bis vor einiger Zeit war das Angebot an Flipper-Simulationen im App Store recht übersichtlich: Pinball HD (iPad, iPhone) bot naturalistische Ballerei, Pinball Dreams (iPhone), Pinball Dreams HD (iPad/iPhone) und Pinball Phantasies (iPhone) überzeugten als Adaptionen der gleichnamigen Amiga-Klassiker. Kurz darauf wurde die Mac-Legende Tristan für iOS veröffentlicht, und auch War Pinball HD (iPad) war trotz der martialischen Tischgestaltung gut spielbar. Allen Apps gemeinsam war die exzellente Ballphysik – selbst wenn die neu gestalteten Tische im 3D-Modus von Pinball Dreams HD entgegen der euphorischen Beschreibung (it works on pretty much everything starting from iPhone 3GS. Smooth as silk, 60FPS all the way!) etwas träge reagieren. Jedenfalls hätte ich genug Abwechslung beim Warten auf Crystal Caliburn und Pinball Illusions gehabt.

Aber so funktioniert der Kapitalismus natürlich nicht. Stattdessen wurden in rascher Folge Pinball-Apps auf den Markt gebracht, die teilweise nur als Scherz zu verstehen sind:

Age of Pinballs
Dieses Projekt eines ambitionierten bulgarischen Teams (ASK Homework) bietet zwar sehr schöne Tische, aber eine schrecklich überladene und schlecht gestaltete Oberfläche (was übrigens auch für Pinball HD gilt). Ein größeres Problem ist allerdings der Ball, dessen Physik trotz seiner gewaltigen Größe an einen Tischtennisball erinnert. Dass er eine unleserliche Gravur aufweist, macht die Sache nicht besser.
Real Pinball HD - Vampire
Ein weiterer ASK-Flipper. Durch die Beschränkung auf einen Tisch entfällt das komplexe Menü, der weiße Ball trägt hier eine blutrote Gravur. Ansonsten: Kein Unterschied.
Retro Pinball
Ein schamloser Versuch, Nostalgie zu erzeugen. Enorm langweilige Tische und ein etwas zu schwerer Ball.
Crazy Pinball: Safari
Die gesamte Crazy Pinball-Reihe ist eine Unverschämtheit: Instabil, hässlich und unspielbar.
Dino Pinball
Dieser mittelmäßige Flipper wird dadurch ruiniert, dass der Ball eine Art Kometenschweif hinter sich lässt. Irritierend.
Pinball HD Lite
Nicht zu verwechseln mit Pinball HD – diese App stürzt zuverlässig ab.
Pinball Ride
Dieser viel zu leichte Flipper nervt zusätzlich dadurch, dass fast jeder relevante Hit das Spiel unterbricht, um mich bildschirmfüllend auf meine großartige Leistung hinzuweisen.
Pinball Yeah!
Ein winziger Ball auf einem unsauber gerenderten, pseudo-realistischen Tisch. Es ist nicht ganz einfach, zwischen einem auf den Tisch gemalten Muster und einem Hindernis zu unterscheiden. Immerhin: Das Menü für die Tischwahl wurde von Pinball Dreams übernommen.
Bronco Pinball
Ein wunderschöner, eingescannter Flippertisch. Leider lässt sich der Ball nicht ins Feld bewegen. Die Entwickler versprechen seit Monaten kostenlose Abhilfe.
Pinball Kingpin
Der Tisch ist etwas unübersichtlich, und das langfristige Ziel ist nicht leicht auszumachen. Immerhin ist die Ballphysik einwandfrei (und enorm flüssig).
Pinball Showdown
Der Kingpin-Nachfolger ist etwas klarer aufgebaut – hier gibt es ein gewisses Potential für einen guten Flipper.
Zen Pinball
Diese aufwendige Simulation leidet unter einem Kometenschweif, einer nicht ganz überzeugenden Ballphysik und – horribile dictu – teilweise nicht reagierenden Flippern.

Wimpern

Wenn ich noch an der penetranten Genderisierung der Spielzeugwelt gezweifelt hätte, wären mir heute die Augen geöffnet worden. Lego-Pferde sind auf den ersten Blick geschlechtsneutral, aber: Die zum Lego-Prinzessinnenschloss gehörenden Pferde haben lange aufgemalte Wimpern, die mit der Lego-Drachenritterburg gelieferten nicht. W. T. F.

Besonders deprimierend ist die Erkenntnis, dass die Zeiten schon mal besser waren.

Pecunia Non Olet

Es gibt kaum Themen, die Google weniger gern diskutiert als sein Hauptinteresse. Entsprechend gewunden fallen auch die Erklärungen für eine Vereinbarung mit der schwächelnden Mozilla Foundation aus:

So it's very easy to see why Google would be willing to fund Mozilla: Like Google, Mozilla is clearly committed to the betterment of the web, and they're spending their resources to make a great, open-source web browser. Chrome is not all things to all people; Firefox is an important product because it can be a different product with different design decisions and serve different users well.

Asa Dotzler beschreibt die Situation deutlich realistischer. Vielleicht sollte sich Google einen neuen Slogan zulegen, mit dem sich die divergierenden Aktivitäten der Werbefirma besser begründen lassen.

Spannungsarm

Natürlich möchte ich die verantwortungsvolle Tätigkeit der vierten Gewalt nicht kritisieren. Aber die Geschichten über schlecht oder nicht gesicherte Kundendaten, inkompetente Entwicklerinnen, haarsträubende private und illegale staatliche Ausforschung werden etwas langweilig. Könnte es innerhalb der Anonymous-Bewegung nicht einen kleinen Sexskandal geben? Wenn wenigstens die ausgespähten Daten interessantere Details enthielten als Kreditkarteninformationen, etwa:

21% der Stratfor-Kunden sammeln Comic-Erstausgaben, aber nur 17% könnten sich eine Ehe mit Danny de Vito vorstellen.

Mit solchen Aufmachern sollten sich auch andere Probleme elegant lösen lassen.

Jahresendmelancholie

In einer bestimmten Bevölkerungsgruppe hat der regelmäßige Aufruf der Google Analytics längst die Google-Suche nach dem eigenen Namen ersetzt. Doch während einzelne Blogger sich noch stolz in ihrer relativen Popularität sonnen, Leitlinien für besseres Bloggen ersinnen und die Reduktion ihrer komplexen Persönlichkeiten auf die Hauptthemen ihrer Blogs beklagen, könnte das lustige Spiel schon bald vorbei sein.

Ich hätte es wissen müssen. Trotz regelmäßiger Posts wird mein Traffic (2011: 800.433 Pageviews, 182.63 Unique Visitors) nämlich größtenteils vom statischen Literaturnetz und einigen leicht angestaubten Seiten zum Thema LaTeX verursacht. Was nicht nur an den widrigen Bedingungen meines geschlossenen Systems liegen kann. Meinen zwei treuen Blog-Leserinnen danke ich deshalb sehr herzlich und wünsche ein angenehmes Jahr 2012.

Friendly Fire

Wäre das Bundesverteidigungsministerium nicht das Bundesverteidigungsministerium, sondern ein Freund der deutschen Sprache, würde seine dazugehörige Botschaft nicht lauten: Die Personalstrukturreform zielt auf Einsatzausrichtung. Nein, sie könnte dann einfach lauten: Stark durch schlank.

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.